Sonnenbrille richtig messen: Bügel, Steg und Glasbreite

Kurzantwort: Um eine Sonnenbrille zu messen, liest du zuerst die drei Zahlen innen am Bügel – zum Beispiel 51□19-143. Das sind Glasbreite, Stegbreite und Bügellänge in Millimetern. Danach misst du die Gesamtbreite einer Brille, die dir schon gut passt, und vergleichst sie mit der Fassungsbreite des Modells, das du dir ansiehst. Diese eine Zahl sagt mehr über die Passform als jedes „S, M, L“-Etikett.

Was die drei Zahlen auf dem Bügel bedeuten

Klapp die Bügel auf und schau auf die Innenseite. Die meisten Fassungen tragen einen Code wie 51□19-143. Die Reihenfolge ist immer gleich:

  • Glasbreite (51 mm): die Breite eines Glases an seiner breitesten Stelle. Sie bestimmt, wie viel deines Gesichts die Gläser abdecken.
  • Stegbreite (19 mm): der Abstand zwischen den beiden Gläsern über der Nase. Optiker sagen DBL – distance between lenses. Gemessen wird von Glaskante zu Glaskante, nicht über das sichtbare Stegteil.
  • Bügellänge (143 mm): der Bügel vom Scharnier bis zur Spitze, inklusive der Biegung hinter dem Ohr.

Das kleine Quadrat zwischen den ersten beiden Zahlen trennt nur Glas und Steg. Manche Marken nehmen stattdessen einen Bindestrich oder ein Leerzeichen. Das Beispiel oben ist unsere Venturi Black im Wayfarer-Stil.

Die Zahl, die nicht aufgedruckt ist: die Gesamtbreite

Genau hier liegt der Haken: Der Code verrät nicht, wie breit die ganze Fassung ist. Glas + Steg + Glas ergibt bei Venturi 121 mm, die Fassung ist aber breiter, weil Rand und Scharniere auf beiden Seiten noch etwas dazugeben. Zwei Brillen mit ganz unterschiedlichem Code können am Ende gleich breit sein.

Deshalb steht die Gesamtbreite auf den meisten unserer Produktseiten als TTT (temple to temple): der Abstand zwischen den Innenseiten der beiden Bügel – also der Platz, den die Fassung deinem Kopf lässt. Zu schmal, und sie drückt an den Schläfen. Zu breit, und sie rutscht dir die Nase runter. Unser Größenguide erklärt jedes Maß noch genauer.

So misst du eine Brille, die du schon hast

Am zuverlässigsten ist es, die Maße einer Brille zu übernehmen, die du gern trägst. Du brauchst ein Lineal mit Millimeterskala – eines aus Kunststoff schont die Gläser.

  1. Code ablesen. Schau innen auf beide Bügel (manchmal auch auf den Steg) und notier dir die drei Zahlen.
  2. Fassungsbreite messen. Bügel aufklappen, Brille kopfüber auf den Tisch legen und gerade von der Innenseite am einen Scharnier bis zur Innenseite am anderen messen.
  3. Glas messen. Ist der Code abgerieben, miss ein Glas waagerecht an der breitesten Stelle.
  4. Steg messen. Miss den kürzesten Abstand zwischen den beiden Gläsern.
  5. Bügel messen. Vom Scharnier bis zur Biegung, dann von der Biegung bis zur Spitze – beide Werte zusammenzählen.

Die Glashöhe gehört nicht zum Code. Ist dir viel Abdeckung wichtig – Strand, Schnee, tiefe Wintersonne –, miss auch deine jetzigen Gläser von oben nach unten und such eine Fassung mit gleich hohen oder höheren Gläsern.

Keine Brille zum Vergleichen? Miss dein Gesicht

Stell dich vor einen Spiegel und halt ein Lineal waagerecht auf Augenhöhe vor dein Gesicht. Lies den Abstand von einer Schläfe zur anderen ab, kurz vor den Ohren. Vergleich den Wert mit der Fassungsbreite auf der Produktseite: Eine Fassung, die nur wenige Millimeter davon abweicht, ist ein guter Startpunkt. Eine Bankkarte ist übrigens 85,6 mm breit – praktisch, um ein Gefühl für die Größe zu bekommen.

Die Maße entscheiden über die Passform, die Form über den Look. Für den Look hilft dir welche Sonnenbrille zu deinem Gesicht passt.

ECO SHADES-Größen von schmal bis breit

Ein paar echte Werte von unseren Produktseiten, von schmal nach breit:

  • Perini Brown – rund, Small/Medium: 47□22-145, Fassungsbreite 130 mm.
  • Venturi Black – Wayfarer, Medium: 51□19-143, Fassungsbreite 137 mm.
  • Lai Grey – Pilotenbrille, Medium: 57□17-145, Fassungsbreite 137 mm.
  • Palazzo Havana – rechteckig, Medium/Large: 54□24-150, Fassungsbreite 145 mm.

Schau dir Lai und Venturi an: Lai hat deutlich größere Gläser (57 statt 51 mm) und einen schmaleren Steg, trotzdem sind beide Fassungen 137 mm breit. Genau deshalb ist die Glasbreite allein ein schlechter Größenratgeber. Vergleich zuerst die Fassungsbreite, dann den Steg für deine Nase und den Bügel für deine Ohren.

Stöber in allen Sonnenbrillen oder in unseren Sonnenbrillen aus recyceltem Kunststoff und öffne die Maße auf der Produktseite – jedes Paar hat UV400-Gläser (mehr dazu in was UV400 bedeutet). Dir fehlt ein Maß? Schreib uns, wir helfen dir mit den Zahlen.

Woran du merkst, dass die Größe nicht stimmt

  • Druck an den Schläfen oder rote Stellen: Die Fassung ist zu schmal oder die Bügel sind zu kurz.
  • Rutscht die Nase runter: Die Fassung ist zu breit oder der Steg zu weit für deine Nase.
  • Kneift an der Nase oder sitzt zu hoch: Der Steg ist zu schmal.
  • Bügel stehen hinter den Ohren ab: Die Bügel sind zu lang.
  • Wimpern berühren die Gläser: Die Fassung sitzt zu nah – ein anderer Steg hilft oft.

Gute Verarbeitung sorgt dafür, dass die Passform bleibt: Scharniere, die fest bleiben, und Bügel, die gerade sitzen. Mehr dazu in wie du eine gute Sonnenbrille erkennst.

Kurz-FAQ

Wo stehen die Maße auf einer Sonnenbrille?

Meist innen auf einem Bügel, manchmal innen am Steg. Manche Marken drucken den Modellnamen auf den einen Bügel und die Größe auf den anderen.

Was bedeutet 52□18-145?

52 mm Glasbreite, 18 mm Steg, 145 mm Bügellänge. Die Gesamtbreite der Fassung ist darin nicht enthalten.

Welche Bügellänge ist normal?

Die meisten Fassungen für Erwachsene haben Bügel zwischen etwa 135 und 150 mm. Unsere liegen meist bei 140–150 mm.

Ist die Glasbreite gleich der Brillengröße?

Nein. Die Glasbreite gilt für ein Glas. Die Fassungsbreite ist die ganze Front – und die vergleichst du zuerst.